Am Wochenende war eine 24h-Triathlonveranstaltung (www.badriathlon.de). Das tolle an der Sache war, dass man sich die Disziplinen so einteilen konnte wie man wollte. Also immer zwischen schwimmen, radfahren und laufen wechseln, oder auch Teile davon ganz weglassen. Ich hab mich (überraschenderweise
) für laufen und radfahren entschieden. Mein Ziel war – worauf auch schon der letzte Artikel hingedeutet hat
– 80% der verfügbaren 24h aktiv zu sein. Den Ablaufplan hatte ich so aufgestellt dass 20h möglich waren, es standen also ganze 48 Minuten für zeitkritische Wechsel und zusätzliche Pausen zur Verfügung. Das ganze war in vier Blöcke wie folgt aufgeteilt: 2h Spinning, 1h Laufen, 2h Spinning, 1h Pause. Soweit also die Theorie …
In der Praxis sah’s dann doch etwas anders aus
. Die ersten 12h sind super gelaufen, ich hab den Plan sogar etwas übertroffen, weil ich die Wechsel von der Pause abgezogen hab. Der Zwischenstand zur Halbzeit war: (handgestoppte) 8h Spinning und 2h Laufen (21,2 km)! Der Wiedereinstieg war schon ein bisschen schwer, aber die erste Stunde ging eigentlich noch halbwegs passabel, die zweite Stunde hab ich schon ganz ordentlich mit mir gerungen und schließlich noch eine dritte Stunde nach der Halbzeit auf dem Rad gesessen (Laufen hätt ich nemmer geschafft) aber dann gings nicht mehr weiter. Dann hab ich noch was gegessen und mich irgendwo ins Eck gelegt und die letzten Stunden dann noch zugeschaut. Ne Stunde wär sicher nochmal gegangen, aber da hatte ich dann auch keine Lust mehr
. Also standen am Ende 11h Spinning und 21,2km auf der Urkunde. Für mich ein gutes Ergebnis.
Am Anfang wars mal was neues für mich zu sehen wie so ein Spinningkurs läuft, nach ein paar Stunden hatte man sich da aber prima eingefunden
. Die erste Pause war schon echt gut, wie toll ein Teller Nudeln mit Hackfleischsoße schmecken kann! In dieser Dreiviertelstunde hab ich mich auch wieder recht gut erholt, und der zweite Block hat auch wieder super angefangen. Das Laufen ging auch gut, ich hatte sogar kurz das Ziel den Marathon noch vollzumachen (also in der zweiten Hälfte nochmal soviel wie bis jetzt zu laufen). Nach den nächsten zwei Stunden Spinning war ich aber echt froh wieder eine Pause machen zu können. Langsam gings auch auf den Zustand zu, den man draußen mit Tunnelblick bezeichnen würde
. Das war aber auf dem Spinningrad nochmal etwas ganz andres. Zum Beginn der zweiten zwölf Stunden war alles was nicht mit auf dem Rad sitzen und immer weiterfahren zu tun hat ganz weit weg. In der Gruppe und ganz allein mit der Strecke, der Musik und sich selbst. Das ist schon ein sehr krasses Gefühl und ich glaub man kann sich das nur schwer vorstellen wenn man sowas nicht mal selbst erlebt hat. Wenn es dann wieder heißt “aufstehen!” und man eigentlich schon gar kein Kraft mehr hat, aber immernoch die Energie in der Musik mit jedem Beat in die Pedale bringt …
Aber genug der Worte, wer mehr wissen will solls einfach mal selber machen
Verfasst von duffyontop 

