Heute also ein „alter Bekannter“
Diesmal habe ich aber nicht genau die gleiche Tour vor, erst ab dem Anton-Karg-Haus ist die Planung gleich mit der ersten Version. Auf der rechten Innseite fahr ich – mit zum Teil ungemütlichem Gegenwind – diesmal nur nach Oberndorf. Dank meiner Karte (ja … die Ausrüstung kommt so langsam zusammen ^^) finde ich auch nen recht optimalen Weg. Nach kurzem suchen finde ich den Parkplatz und auch einen solchen für mein Rad. Nach etwa 90 Minuten hab ich also den ersten Checkpunkt schon erreicht.
Weiter gehts zu Fuß vom Pointerhäusl über einen etwas anspruchsvollen Pfad auf die Ritzaualm. Der Weg ist im Wald und dadurch schattig, allerdings ist es auch in der Sonne noch nicht so heiß. Ein paar Gruppen sind außer mir noch unterwegs, das liegt sicherlich auch an dem Feiertag und dem wunderschön vorhergesagten Wetter.
Bei der Ritzaualm angekommen bietet sich mir das erste mal heute ein tolles Panorama, sehr malerisch Gelegen die Alm und ein kleines Kreuz, im Hintergrund der Blick nach Kufstein und viel … Alpen
.
Aber ich halte mich hier natürlich nicht weiter auf und gehe noch 200 Meter höher zur Vorderkaiserfeldnerhütte und dann runter durch die „Hölle“ ins Kaisertal. Das Ding heißt zwar so, aber war eigentlich recht nett ^^. Auf dem Weg zum Anton-Karg-Haus nehme ich den ersten Snack zu mir – natürlich im Gehen, kostet ja alles Zeit
.
Von der Zwischenstation im Tal, wo ich nur kurz den … Sonnenschutz auffrische
… komme ich dann zunächst auf den bekannten Teil. Der Weg schlängelt sich eher gemütlich den Berg rauf und führt schließlich zu der Stelle wo sich Güttler-Steig und Bettler-Steig trennen. Mein Ziel ist der Karl-Güttler-Steig. Hier wird die Steigung zum Teil schon recht happig, aber auch diesen Teil kenne ich noch von meinem letzten Versuch. Als ich da ankomme, wo der „sanfte Hügel“ aufhört und der Weg deutlich felsiger wird bin ich schon 6,5 Stunden unterwegs. Grob nachgerechnet ists also grad Mittagszeit und kein Wölkchen am Himmel. Die nächste Strecke bis zum Gipfel vom Sonneck wird also richtig happig werden. Und ich soll nicht enttäuscht werden
Aber zunächst noch eine andre Kleinigkeit: Wie ich auch das letzte mal schon geschrieben habe, wirds ab einem bestimmten Punkt schwierig den Weg zu erkennen, man muss schon genau hinschaun und sich an den roten Markierungen orientieren. An jener Stelle, an der der Weg aus dem Wald über ein Geröllfeld ins Gamskar führt, ist mitten auf der Fläche eine Weggabelung. Links geht es zum Kufsteiner Klettersteig und geradeaus durch das Gamskar nach oben. Aber gerade dieser Weg geradeaus ist bei etwas trüberen Sichtverhältnissen nicht leich auszumachen. Und genau das ist der Grund warum ich beim ersten Versuch umkehren musste … als Ungeübter ohne Ausrüstung auf einen mindestens mittelschweren Klettersteig zu gehen hat … eher schlechte Erfolgsaussichten
. Heute mit ungetrübter Sicht und leichtem Wandrerverkehr allerdings kein Problem, höchstens ein Grund leichter Verwunderung
Nachdem auch diese Klarheit beseitigt ist schreite ich also auf dem richtigen Pfad weiter. Auch dieser Weg ist nicht ganz ohne, allerdings mit der schon gesammelten Erfahrung gar kein Problem. Nach einem kurzen Anstieg verläuft der Pfad an der Bergseite ins Gamskar (abundzu finde ich auch ein paar Hinterlassenschaften der Gämse) bis ich zu einer – diesmal – Geröllhalde komme. Das ist schon gar nicht so einfach da raufzukommen, aber auch kein wirklich großes Hindernis. Anschließend folgt eine leichte Kletterpassage an der ich schnell einige Höhenmeter unter mir lasse. Gleichzeitig ist das auch der Anfang einer wirklich langgezogenen Steigung bis zum Gipfel. Mit den äußeren Umständen ist das der körperlich härteste Teil des Tages. Unterwegs hat man noch einen schönen Blick aufs untere Gamskarköpfl, der jedoch Kletterern vorbehalten ist, und natürlich so schon einen recht netten Blick auf den Zahmen Kaiser und die nördlichen Hänge des Wilden Kaisers. Nach ner ganzen Weile komm ich dann schließlich auf dem Gipfel an und mach erstmal ne halbe Stunde Pause. Dabei leisten mir zwei Alpendohlen Gesellschaft. Die sind zwar sehr zutraulich (die haben die ganze Zeit etwa nen halben Meter neben mir gesessen) aber auch nicht aufdringlich. Und am Schluß haben sie doch noch ein paar Krümmel bekommen die mir leider entkommen sind
.
An dieser Stelle spätestens fällt mir auch auf dass ich definitiv zu wenig zu trinken mitgenommen hab. War zwar schon nicht wenig (~3 liter) aber nicht genug. Deswegen habe ich es auch beim Abstieg etwas eilig und hoffe im Anton-Karg-Haus noch etwas zu bekommen. Auf dem Weg dahin entscheide ich mich aber die Vorräte an einem Bergbach wieder aufzufüllen und das ist auch eine gute Entscheidung. Als ich dann bei der Hütte ankomme – inzwischen ist es etwa viertel vor sechs – ist da aber noch Bewirtung und das bleibt wohl auch noch eine Weile so, es ist nämlich noch ziemlich voll. Dennoch gönne ich mir eine weitere Pause und bestell mir für – wie ich meine – nicht zu hohe Preise einen Apfelstrudel und nen Almdudler … eine sehr gute Sache
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Mit Blick auf die Uhr und in Gedanken an die mir noch bevorstehende Strecke bleibe ich auch hier nicht allzulang, sondern mache mich bald wieder auf den Rückweg. Bis zur Ritzaualm ist der Weg (geringfügig anders als auf dem Hinweg, nämlich nicht mehr über Vorderkaiserfelden) recht langweilig und zieht sich schon, der Abstieg nach Oberndorf ist dann von der Strecke her wieder recht fordernd und schwierig zu gehen. Langsam dämmerts auch schon etwas und ich bin froh als ich wieder unten auf 470m (überNN) ankomme, zu meinem Rad geh und die letzten gut 30km in Angriff nehme. Das wird jetzt vom Kopf her am anstrengensten und mit fortschreitender Strecke und zunehmender Dunkelheit wieder schwieriger zu fahren. Glücklicherweise kenne ich den Weg inzwischen recht gut und komme um halb zehn nach etwas mehr als 13,5 Stunden vor meinem Hochhaus an.
Ist schon echt ne harte Tour gewesen und ich glaube nächstes Wochenende such ich mir was kürzeres raus. Hat sich aber gelohnt und auch einige schöne Bilder gegeben.
Zum Abschluss noch ein paar statistics
:
- ~1800 Meter Höhendifferenz
- ~2500 zurückgelegte Höhenmeter
- ~9,5 Stunden Gehzeit
- ~3 Stunden Fahrzeit
- ~1 Stunde Pause
- 135 Schläge/Minute durchschnittliche Herzfrequenz
- ~10700 verbrannte Kilokalorien
- ~65km Radstrecke
- 2 Gipfelkreuze
- erster Zweitausender!